Vitamin D3 Mangel Symptome

Bei keinem anderen Vitamin manifestieren sich die Symptome eines Mangels so verdeckt und ist gleichzeitig die Versorgungslage nördlich des 42. Breitengrads so kritisch wie beim Vitamin D3. Wie aktuelle Studien belegen, leiden rund 80 bis 90 Prozent aller Menschen in Mittel- und Nordeuropa mindestens einmal im Leben unter einem Vitamin-D-Mangel. Ursächlich dafür ist, dass in jenen Regionen die Sonnenstrahlung zwischen Mitte Oktober und Mitte April für gewöhnlich zu gering ist, sodass nicht genügend aktives Calcitriol vom Stoffwechsel gebildet oder kein ausreichender Vitamin-D3-Speicher angelegt werden kann.

Welche Symptome treten bei einem Vitamin D3 Mangel auf?

Vitamin D3 besitzt essenzielle Funktionen für die Gesundheit. Wurde es seit 1919 vorwiegend als Therapie bei Rachitis, der sogenannten „Knochenweiche“ oder „Englischen Krankheit“, eingesetzt, konnten in den letzten Jahren weitere positive Wirkungen nachgewiesen werden. Heutzutage ist nahezu kein Gewebe, Organ oder Stoffwechselprozess bekannt, der nicht in irgendeiner Weise vom Vitamin D3 abhängig ist oder von diesem beeinflusst wird. Dieses breite Wirkspektrum lässt sich vor allem auf die Tatsache zurückführen, dass fast jede Körperzelle einen eigenen Vitamin-D3-Rezeptor besitzt. Der Vitalstoff kann als Prohormon direkt am Erbgut, also gewissermaßen an der biologischen Quelle, diverse biochemische Prozesse aktivieren und mehr als 2.000 unterschiedliche Gene gleichzeitig steuern. Auf diese Weise wird das Vitamin D3 in seiner Funktion überaus machtvoll. Dies geht so weit, dass es sogar das Risiko zahlreicher, teils schwerwiegender Krankheiten deutlich senken kann.

Zu den Erkrankungen und Symptomen eines permanent zu niedrigen Vitamin D3 Spiegels zählen:

  • Autoimmunerkrankungen
  • Bluthochdruck
  • chronische Entzündungen
  • Diabetes
  • Erkältungen und Infektionen
  • Herzinsuffizienz
  • Krebs
  • Rheuma
  • das Prämenstruelle Syndrom (PMS)
  • Müdigkeit
  • Hautprobleme
  • Müdigkeit
  • Muskelschwäche (oder -krämpfe)
  • Schlafstörungen
  • Schmerzen (Knie, Rücken)

Im Umkehrschluss bedeutet das: Wer keinen ausgeglichenen Vitamin-D3-Haushalt hat, ist auf Dauer stärker gefährdet, krank zu werden. Das können ständig wiederkehrende Erkältungen im Winter sein, der Ausbruch von Rheuma oder eben schlimmstenfalls Prostata-, Brust- oder Darmkrebs. Mehrere hundert Studien belegen sogar, dass die Entstehung von insgesamt 15 verschiedenen Krebsarten in einen engen Zusammenhang mit einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel gebracht werden kann.

Vitamin D3 Mangel Symptome Krankheiten abwehr

Bei anhaltendem Vitamin D Mangel: Symptome am Skelett und den Nerven

Knieverformungen, Knochenverbiegungen oder Skelettschmerzen sind klinische Erscheinungen. Dadurch können klinische Bilder wie Kyphose (Wirbelsäulenkrümmung nach vorne) oder Skoliose seitliche Verkrümmung im Bereich der Wirbelsäule), Osteoporose und ähnliche entstehen. Alle solche Symptome des menschlichen Skeletts stehen in der Regel im Zusammenhang mit der Aufnahme von Vitamin D3, Vitamin K2 sowie den Mineralien Calcium und Magnesium. Ausgeprägte Symptome als Folge von Vitamin D-Mangel sind epileptische Anfälle ebenso wie Tetanie. Bei Tetanie sind Muskeln und Nerven übererregt, was sich z. B. in Kribbeln und Krämpfen äußern kann.

Muss ich Vitamin D vorsorglich nehmen oder hilft es auch bei bestehenden Erkrankungen?

Vitamin D3 wirkt nicht ausschließlich präventiv, sondern es kann auch bei allen genannten Erkrankungen therapiebegleitend eingesetzt werden. Werden beispielsweise in einer Chemotherapie zusätzlich Vitamin-D3-Präparate verabreicht und so der Calcidiol-Spiegel im Blut gesteigert, verringert sich die Mortalität bei Brust- und Darmkrebs um bis zu vier Prozent. Noch größer ist der Therapieerfolg bei Osteoporose. Das Frakturrisiko an der Hüfte und den Gliedmaßen kann bei dieser Erkrankung durch die regelmäßige Zugabe von Vitamin D3 um bis zu 20 Prozent gesenkt werden, an der Wirbelsäule und den Wirbeln sogar um bis zu 30 Prozent.

Welche Auswirkungen hat ein geringer Vitamin D Spiegel auf die Psyche?

Vitamin-D3-Rezeptoren finden sich nicht nur in den Gewebe- und Organzellen, sondern sie sind auch in beinahe allen Nerven- und Hirnarealen präsent. Dort sorgt das Vitamin vor allem für eine gesunde Entwicklung der Neuronen, es unterstützt und steuert die Signalübertragung wichtiger Botenstoffe und es stärkt dauerhaft die sogenannte „neuronale Plastizität“, also die Fähigkeit des Gehirns, sich neu zu strukturieren und neue Verbindungen zu knüpfen. Kurzum: Das Vitamin D3 ist ein natürliches Dopingmittel für die Nerven und das Hirn.

Zu den Symptomen und Erkrankungen der Psyche bei zu niedrigem Vitamin D3 Spiegel zählen:

  • Stimmungsschwankungen
  • Wahrnehmungsstörungen
  • Zittern
  • unkontrollierte Bewegungen
  • Konzentrationsstörungen
  • Depressionen
  • Störungen des Langzeitgedächtnisses
  • Kurzzeitgedächtnis-Störungen
  • Demenz
  • Ängste
  • Psychosen
  • Persönlichkeitsstörungen

Eine Studie der University of Manchester konnte bereits vor zehn Jahren belegen, wie bedeutsam Vitamin D3 für die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit bis ins hohe Alter hinein ist. Als Probanden wurden 3.000 Männer zwischen 49 und 70 Jahren in acht europäischen Städten ausgewählt. Diejenigen, die vor den Gehirntests zusätzlich mit Vitamin D3 behandelt wurden, zeigten eine wesentlich höhere Aufmerksamkeitsspanne und ein besseres Kurzzeitgedächtnis als diejenigen ohne Vitamin-D3-Gabe. Bei Männern ab 60 Jahren zeigte sich dieser Effekt besonders deutlich. Weitere Studien mit beiden Geschlechtern kamen zu ähnlichen Ergebnissen.

Mit der Erforschung des Prohormons D3 für die Nerven- und Gehirnfunktionen kam auch die Frage auf, welche Rolle es bei der Entstehung und dem Verlauf neurologischer Erkrankungen einnimmt. Bislang gilt als gesichert, dass ein normaler bis leicht erhöhter Vitamin-D3-Spiegel bei Symptomen und Krankheiten wie Alzheimer und Demenz, Autismus, Epilepsie sowie Parkinson sowohl als präventiver als auch als therapiebegleitender Ansatz genutzt werden kann. Ebenfalls ist es möglich, Symptome psychischer Störungen sowie Krankheiten wie Depressionen, Psychosen und Schizophrenie mit einer licht- oder tablettenbasierten Vitamin-D3-Therapie zu mindern. Denn gerade Menschen mit solchen neuronalen Krankheitsbildern weisen überdurchschnittlich häufig sehr niedrige Werte dieses Vitamins auf.

Studien und Quellen:

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Br J Cancer. 2014 Aug 26;111(5):976-80. doi: 10.1038/bjc.2014.294. Epub 2014 Jun 10. Vitamin D supplements and cancer incidence and mortality: a meta-analysis. Keum N, Giovannucci E https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24918818

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https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24780061